ECER 2014 in Porto

ECER 2014, Foto: Marco Wolf

Europäische Konferenz zu Erziehungswissenschaftlicher Forschung: „The Past, Present and Future of Educational Research in Europe“

Die jährlich stattfindende Tagung der EERA („European Educational Research Association“) wurde dieses Jahr in Portugal abgehalten, genauer in Porto. Die Konferenz teilte sich in die „Emerging Researchers Conference“ sowie die zwei Tage später startende Hauptkonferenz. Insgesamt nahmen ca. 2700 Besucher an der Konferenz teil.

Nachwuchskonferenz

Die Nachwuchskonferenz ist vor allem als Forum für junge Forscher und Forscherinnen gedacht, die ihre Forschungsprojekte bzw. Teile ihrer Dissertations-Projekte vorstellen. Für Teilnehmende wie mich, die das erste Mal an einer solchen Konferenz teilnahmen, war es höchst interessant und beeindruckend zugleich, welch breit gefächertes Angebot an Vortragsreihen und Poster-Sessions stattfanden. Ich durfte hier die Ergebnisse meiner Masterarbeit  „Adolescents and instant messenger“ präsentieren. Vom Arbeitsbereich Medienpädagogik stellte Franco Rau das Thema „Conceptions of Participation in the Digital Age“ vor.

ECER 2014, Foto: Marco WolfMein Augenmerk lag auf den Sessions der „ICT and Education“, welche ein breites Spektrum an Forschungsarbeiten zu Informationstechnologien und Pädagogik aus der weltweiten Forschungslandschaft boten. Die Themenschwerpunkte der einzelnen Sessions waren auf einander abgestimmt worden, etwa zu Medien und Hochschullehre, digitale Medien und Lernen und Nutzung von ICT oder etwa Medienkünste. Die Sessions, an denen ich selbst teilnahm, waren mit durchschnittlich zehn bis fünfzehn Teilnehmern und Teilnehmerinnen besucht.

Hauptkonferenz

Die Hauptkonferenz war erwartungsgemäß besser besucht als die Nachwuchskonferenz, was sich bereits in den ersten Stunden nach der Eröffnung zeigte. Während der ersten Kaffeepausen im gepflegten Innenhof des Universitätsgeländes wurde die Größe der Konferenz deutlich, da sich regelrechte Menschenmassen dicht an dicht aufhielten und versuchten, einen Kaffee zu ergattern. Die Pausen zwischen den einzelnen Sessions wurden für Gespräche und den Austausch genutzt.

ECER 2014, Foto: Marco Wolf

Der Fokus des Interesses lag bei uns auf den Sessions des Networks 6 „Open Learning: Media, Environments and Cultures“, welches Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten überwiegend europäischer Forscher und Forscherinnen gab. Petra Grell hielt hier ihren Vortrag zu: „Are Resistance and Reluctance Good Signs? An Investigation of Implementation Failures of Digital Technology in Teaching and Learning“.

Keynotes

Ein weiteres Highlight der Hauptkonferenz waren die Keynotes, welche über die Konferenztage verteilt stattfanden. Ich nahm an zwei der insgesamt fünf Keynotes teil. Agnès van Zanten  beschäftigte sich in ihrem Vortrag mit der Frage, welche verschiedenen Typen bzw. welche Bilder von Forschenden in der Gesellschaft bestehen und welche politischen Verstrickungen innerhalb universitärer Kontexte bestehen. Die zweite Keynote hielt António Nóvoa, der nach dem Sinn pädagogischer Forschung fragte. Er thematisierte vor allem das Spannungsfeld bzw. die Unvereinbarkeit verschiedener Personengruppen und verschiedenen Perspektiven. In seiner hochgradig politischen Keynote sprach er von den toxischen E´s europapolitischer Leitlinien, welche die pädagogische Forschungslandschaft zunehmend unter Druck setzen: Excellence, Entrepreneurship, Employability und Europeanization. Er betonte, dass es ihm nicht um die Debatten um diese Wörter selbst geht, sondern viel mehr um die falschen Ideologien, die diese Wörter transportieren. In beiden Keynotes zeichnete sich eine Kritik an aktuellen politischen Verhältnissen ab. Wie gut das bei den Zuhörern ankam, zeigte sich nach António Nóvoas Vortrag, der mit tosendem Applaus und Standing Ovations geehrt wurde.

Fazit

Abschließend lassen sich noch einige Impressionen aus Porto und den allabendlichen Veranstaltungsprogramm zusammentragen: Porto besticht durch ein sonniges Flair und den netten Leuten. Inmitten dieser Stadt mit Palmen und schmalen Gassen fanden diverse Social Events zur Konferenz statt, welche den gesamten Aufenthalt abrundeten. Diese Veranstaltungen waren abwechslungsreich: Angefangen von einer House-Party in Portos Hard-Club mit Live-Dj´s (für die Nachwuchswissenschaftler/innen) bis hin zu dem Hauptevent in der Casa de la Musica mit einem Klassik-Konzert war die Spannbreite kultureller Angebote groß.

ECER 2014, Foto: Marco Wolf

Ich hoffe sehr darauf, auch kommendes Jahr an der ECER 2015 in Budapest teilnehmen zu können.