9. Dezember 2021

Game On: „Mögen die Spiele beginnen!“ – Thema Geschichte und Computerspiele

Am 28.06.2018 fand der Game On Workshop mit dem Titel „Mögen die Spiele beginnen!“ statt. Der Workshop wurde von Franco Rau, Ann-Kathrin Steiner und Miriam Grabarits geleitet und widmete sich dem Thema Geschichte und Computerspiele.

Computerspiele werden in den Medien meist nur im Kontext negativer Schlagzeilen erwähnt. Während die Gefahren einiger Computerspiele häufig breit diskutiert werden, geht das Gespräch über mögliche Bildungspotenziale nahezu unter. Ziel des Workshops war es daher, Computerspiele mit Geschichtsbezug aus einer pädagogischen, sowie geschichtsdidaktischen Perspektive näher unter die Lupe zu nehmen und ein neues Nachdenken über digitale Spiele in Gang zu setzten.

Zum Start des Workshops wurde eine kleine thematische Einführung präsentiert. Digitale Spielwelten, die in einem historischen Kontext eingebettet sind, können von verschiedenen Analysedimensionen aus betrachtet werden. Aus der Sicht von Historiker_innen liegt die richtige Darstellung des geschichtlichen Kontextes im Vordergrund, während Spielentwickler_innen das Interesse, sowie die Erwartungen der Zielgruppe, bezüglich der historischen Illustrierung, bedenken. Im Kontext von Lehr-Lern-Situationen stellt sich aus geschichtsdidaktischer Sicht die Frage, welche Inhalte den Spieler_innen am Ende langfristig vermittelt wurden. Dient das historische Setting des Spiels als „Zeitmaschine“, die ein Eintauchen in frühere Welten erlaubt? Oder wird das Spielen als wertneutrale Unterhaltung betrachtet? Und wie kann man aus der Spielerfahrung konkrete Lernmöglichkeiten für Lehr-Lern-Situationen erschaffen?

Der Game On Part des Workshops bot den Teilnehmer_innen die Möglichkeit sich an drei verschiedenen Stationen mit den oben gestellten Fragen auseinander zu setzen. Dazu konnten sie im Alleingang verschiedene bereitgestellte Computerspiele testen, Vorträge hören oder im Plenum gewählte Spielsequenzen durchspielen und anschließend diskutieren. Es zeigt sich, dass in vielerlei Hinsicht eine Einbindung digitaler Spiele in den Unterricht möglich ist. Eine vorgestellte Anwendungsmöglichkeit für den Unterrichtseinsatz besteht beispielsweise darin im Spiel Assassin´s Cred den Discovery Modus zu verwenden und Schüler_innen Fragen an die Hand zu geben, die durch das Spielen beantwortbar sind. Im Unterschied zu anderen Medien, wie beispielsweise einem Film, werden die Schüler_innen hierbei aktiv mit eingebunden was auf einen nachhaltigeren Lerneffekt hoffen lässt. Zum Abschluss des Workshops wurden in der Gruppe die gesammelten Eindrücke reflektiert.