Methodenworkshops in Magdeburg und Gießen

Magdeburger Methodenworkshop an der Otto von Guericke Universität. Foto: Tine Nowak

Magdeburger Methodenworkshop an der Otto von Guericke Universität. Foto: Tine Nowak

Im Februar fanden zwei Methodenwerkstätten zur qualitativen Forschung statt: Anfang Februar an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und letzte Woche an Justus-Liebig-Universität Gießen.

Methodenworkshops Magdeburg

Der Methodenworkshop in Magdeburg findet jährlich seit 1998 statt und adressiert Sozial- und Bildungswissenschaftler. Mittlerweile in 15 Arbeitsgemeinschaften mit jeweils zwei WorkshopleiterInnen werden die Forschungsprojekte der „aktiven“ TeilnehmerInnen präsentiert. Gemeinsam mit 20-25 „passiven“ TeilnehmerInnen werden die mitgebrachten Materialien diskutiert und interpretiert. Passiv ist jedoch relativ, denn das Material wird insbesondere von den passiven Teilnehmenden bearbeitet.

Ich habe zwei der Workshops besucht: Überwiegend war ich in der Arbeitsgruppe zu „Forschungsdesigns in der Planungsphase“ von Melanie Fabel-Lamla  und Sandra Tiefel. Einen Abstecher habe ich in die Arbeitsgruppe zur „Medienforschung“ unternommen, die von  Johannes Fromme und Stefan Iske (als Ersatz für den erkrankten Winfried Marotzki) geleitet wurde. Die AGs sind überwiegend nach Methoden unterteilt, ganz selten gibt es thematische Workshops wie den von mir besuchten zu Forschungsdesigns. Dies scheint auch wenig notwendig, denn die vorgestellten Designs waren allesamt nicht in der Planungsphase, sondern weit fortgeschritten. Anscheinend ist die Hemmschwelle in einer sehr frühen Phase sein Projekt zu diskutieren recht hoch.

Methodenwerkstatt Gießen

Gießener Methodenwerkstatt Bildungsforschung, Foto: Tine Nowak

Gießener Methodenwerkstatt Bildungsforschung, Foto: Tine Nowak

Im Vergleich zu der Veranstaltung in Magdeburg mit 400 Teilnehmenden, zeigt sich die Gießener Methoden-Werkstatt zur Bildungsforschung intimer. Etwa 100 Teilnehmende waren zu den dreitägigen Workshops gekommen. Hier wird nicht am Material der TeilnehmerInnen gearbeitet, sondern die DozentInnen bringen Material ein. Während es in Magdeburg erwünscht war in einer AG zu verbleiben, Wechseln aber durchaus gängig war, blieb man in Gießen durchgehend in dem gewählten Workshop. Dafür wurden dort gleich zwei Workshops angeboten, die  hintereinander an drei Tagen stattfanden.

Ich habe den Workshop „Interviewauswertung im Vergleich“ bei Ingrid Miethe besucht. Zuerst gab es eine Einführung in die verschiedenen Schulen der empirischen Bildungsforschung, dann wurden zwei Methoden (Grounded Theory und Dokumentarische Methode) ausführlicher besprochen. Als Kurzworkshop hatte ich am Mittwoch „Bildungstheorien/Bildungsforschung“ bei Thorsten Fuchs gewählt.  In diesem Workshop führte Fuchs in die bildungstheoretisch orientierte Biografieforschung ein, die die Grundlage seiner Dissertation bildet.

Fazit

Beide Methodenworkshops lohnen den Besuch. In Magdeburg trifft man alle: Doktoranden aus ganz Deutschland und zum Teil DozentInnen, die Methoden noch selbst geprägt haben (wie Schütze, Marotzki etc.). In Gießen gibt es thematische Workshops zur qualitativen und quantitativen Methoden, diese ermöglichen insbesondere Einsteigern einen optimalen Start. Oder ermöglichen es qualitativ und quantitativ orientierten NachwuchsforscherInnen in die jeweils anderen Verfahren hineinzuschnuppern.

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