„Macht Facebook glücklich oder unglücklich?“ – Befunde einer Schüler*innenbefragung in Rheinland-Pfalz

Am 24.11.2016 wurden in Mainz erste Ergebnisse einer Längsschnittstudie zur Befragung von Schüler*innen in Rheinland-Pfalz mit dem Titel „Macht Facebook glücklich oder unglücklich?“ vorgestellt. Die Befragung ist Teil eines gemeinsamen Projekts des Forschungsschwerpunkts Medienkonvergenz der Mainzer Johannes-Gutenberg-Universität.

Präsentiert wurden erste Ergebnisse rund um das Thema Internetsucht von Prof. Dr. Manfred E. Beutel (Psychosomatik JGU) und rund um die Themen Digitaler Stress und Chancen und Risiken von Facebook für Jugendliche von Prof. Dr. Leonard Reinecke (Online-Kommunikation, JGU). Ergebnis der Studie ist u.a., dass 2,5 der befragten Kinder und Jugendlichen suchtartiges Verhalten in ihrer Internet-Nutzung aufweisen (3% aller weiblichen, 1,9% aller männlichen Befragten). Die geschlechtsspezifischen Unterschiede in Bezug auf die Nutzung des Internets sind deutlich erkennbar: Bei männlichen Nutzern sind es meist PC-/Konsolenspiele und Streaming-Dienste, bei weiblichen Nutzerinnen sind es eher soziale Online-Netzwerke, die Inhalt der hohen Internetnutzung darstellen.

Zum Thema Digitaler Stress lässt sich zusammen fassen, dass die 23,1% der Kinder und Jugendlichen über 50 Nachrichten pro Tag erhält und 34,7% sogar über 100 Nachrichten täglich. Dieser „Communication Load“ und weiterhin auch das Multi-Tasking in diesem Bereich können zu Stress-Symptomen bei Kindern und Jugendlichen führen. Chancen und Risiken für die Nutzung von Facebook wurden im Kontext von Entwicklungsaufgaben von Jugendlichen aufgeführt. So ist die passive Nutzung von sozialen Medien besonders für die Stil-Orientierung, das Finden der Geschlechterrolle sowie für erste Beziehungserfahrungen zuträglich. Die aktive Nutzung ist vor allem für Beziehungserfahrungen zuträglich. Als weiteres Risiko der Nutzung von sozialen Medien im jugendlichen Alter wurde vor allem der Vergleich zu anderen Menschen und damit verbundene Folgen für die Körperwahrnehmung aufgeführt.

In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Prof. Dr. Stefan Aufenanger (Medienpädagogik, JGU), diskutierten die beiden Vortragenden Beutel und Reinecke mit Vertreterinnen der Politik, Andrea Bahner (Sprecherin der Landesregierung RLP), der Medien, Christine Poulet (Medienkompetenzbeauftragte des Südwestrundfunk) und der Pädagogik, Birgit Kimmel (Pädagogische Leitung der EU-Initiative »klicksafe«). Einig waren sich die Diskutierenden über den Punkt, dass die Nutzung von Sozialen Online-Netzwerken für Jugendliche einige Gefahren und Risiken birgt, die Chancen dieser Nutzung allerdings nicht unterschätzt werden dürfen.

Links: Beitrag von Tagesschau SWR und weitere Infos zur Studie.

Hands On: 100 Tools fürs Studium

Am 02. November 2016 gingen die Hands On Digital Media Workshops in die neue Runde. Kick-Off für das Wintersemester 2016/17 war der Workshop „100 Tools fürs Studium“, bei dem Ann-Kathrin Steiner und Sophie Schaper diverse digitale Tools zur Erleichterung des Arbeitsalltags von Studierenden vorstellten.

Der studentische Alltag umfasst nicht nur das Besuchen von Vorlesungen und Seminaren, sondern meist auch die Organisation von selbstgesteuerten Lerneinheiten und das kollaborative Arbeiten in Gruppen. Im Netz sind viele kostenfreie Werkzeuge und Anwendungen zu finden, die diese Aufgaben der Selbstorganisation erleichtern können. Zum Start ins neue Semester wurden davon einige vorgestellt und anschließend im Rahmen von HANDS ON ausprobiert.

Zur Unterstützung von Gruppenarbeiten wurden Tools wie MediaWiki, Google Docs/Drive oder Etherpads vorgestellt. Mithilfe dieser Tools können Studierende (teilweise) gleichzeitig an Texten schreiben, diese Korrektur lesen oder eine Textsammlung anlegen (Wiki). Die Visualisierung von Sachverhalten ist unter Verwendung der Tools Flockdraw, Wortwolken oder Popplet möglich. Mit Flockdraw können unbegrenzt viele Teilnehmer*innen an einem gemeinsamen Bild malen. Mithilfe von Wortwolken lassen sich Texte zusammenfassend darstellen bzw. analysieren. Popplet ist eine Anwendung zur Erstellung von Mindmaps. Um in Form von Bildern Sachverhalte lizenzgerecht darzustellen wurde das Tool CCSearch vorgestellt, mit dessen Hilfe sich Bilder finden lassen, die unter Berücksichtigung der richtigen Quellenangabe in Präsentationen verwendbar sind. Weitere Anwendungen, die vorgestellt wurden umfassen Doodle und Google Forms zur Terminfindung bzw. Abstimmung und Skype zur dezentralen Kommunikation.

Im Hands On Teil des Workshops wurden anschließend einige Tools anhand eines Planspiels ausprobiert. Die Anwesenden Studierenden sollten mithilfe von Bitrix24, einem Tool zum Projektmanagement, Padlet, einer App zum Erstellen von Pinnwänden (Sammlung von Notizen, Links, Bildern & Videos) und Storify (Sammeltool für Fundstücke aus dem Netz, z.B. Nachrichten oder Einträge aus Social Media) eine Exkursion für Studierende planen. Diese sollte abschließend mithilfe des Präsentationstools Prezi vorgestellt werden. Die Studierenden waren sich einig: Es geht nach Irland.

 

Die Folien zur Präsentation und den diversen Tools gibt es hier.

 

„Prekär, aber glücklich?“ – Neuer Beitrag in der Zeitschrift „MedienPädagogik“

Gemeinsam mit Valentin Dander Patrick Bettinger, Sandra Aßmann, Melanie Abendschein und meiner Wenigkeit wurde im Sommer 2014 eine Befragung von Wissenschaftler/-innen in Qualifizierungsphasen durchgeführt. Nach einer Präsentation der Ergebnisse im Rahmen der Sektionstagung und der Veranschaulichung der Ergebnisse über Poster und Infografiken sind die aus unserer Sicht zentralen Erkenntnisse nun auch verschriftlicht und in der Zeitschrift MedienPädagogik veröffentlicht.

Worum geht es?
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Sammelrezension „Internetportale für Lehrpersonen“

Mit dem Erscheinen der aktuellen Zeitschrift Pädagogik (Heft 7-8’16) wurde auch meine Sammelrezension zu „Internetportalen für Lehrpersonen“ veröffentlicht. Im Kontext des Social Webs noch von Internetportalen zu sprechen, mag schon ein wenig nostalgisch klingen. Aber um den Entwicklungen der letzten Jahre gerecht zu werden, wurden Internetportale in der Rezension als Webanwendungen verstanden, „welche die im Social Web verfügbaren Informationen und Materialien Bildungskontexte erschließen, Materialien und Tools zur Zusammenarbeit zur Verfügung stellen sowie Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung von Menschen mit gemeinsamen Interessen bieten“ (S. 82). Und welche Webanwendungen werden in der Rezension nun konkret vorgestellt?

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Was wird hier gespielt? Neue Rezension online

Über die Sommermonate hatte ich ein wenig Zeit, eine neue Publikation zum Thema Computerspiele & Computerspielen zu rezensieren. Der Buchtitel lautet „Was wird hier gespielt? Computerspiele in Familien 2020“. Das Buch ist in diesem Jahr im Verlag Barbara Budrich erschienen und wurde als Sammelband von Sandra Bischoff, Andreas Büsch, Gunter Geiger, Lothar Harles und Peter Holnick herausgegeben. Ein erster Einblick die Rezension des Buches gibt hier:

„Der Sammelband „Was wird hier gespielt? Computerspiele in Familie 2020” bietet vielfältige Einblicke zu Fragen rund um das Thema Computerspiele. Diese Vielfältigkeit resultiert zum einen aus den unterschiedlichen Perspektiven der ExpertInnen. So werden Computerspiele bzw. insbesondere das Computerspielen aus (medien-)pädagogischer, kommunikationswissenschaftlicher sowie ethischer Perspektive betrachtet und diskutiert. Die Vielfältigkeit resultiert zum anderen aus den unterschiedlichen Handlungsfeldern, in denen die AutorInnen tätig sind: Diese reichen vom Wissenschaftskontext über Redaktionsarbeit bis zu hin zu pädagogischen Praxisprojekten in der politischen und religiösen Bildung.“ (Rau, 2015)

Die komplette Rezension ist auf social.net online verfügbar.

Rezension zu „Partizipative Medienkulturen“ ist online

Seit dem 27. Mai ist die Rezension zu dem Sammelband „Partizipative Medienkulturen“ von Ralf Biermann, Johannes Fromme und Dan Verständig (Herausgeber) auf social.net online verfügbar:

Der Band setzt sich kritisch mit der Annahme auseinander, dass das Internet das Potenzial hätte, Beteiligungsmöglichkeiten und Formen öffentlicher Teilhabe von Menschen in einem partizipativeren bzw. demokratischeren Sinne verändern zu können. So verfolgen die Herausgeber das Ziel, eine Sammlung theoretisch fundierter Diskurspositionen auf das Thema „Partizipative Medienkulturen“ aus unterschiedlichen Disziplinen vorzulegen. Unter dem Begriff der „Partizipative Medienkulturen“ verstehen sie aktuelle Phänomene von Formen veränderter (medialer) Teilhabe. (Rau, 2015)

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